Diakonie Flüchtlingsdienst #GegenHassimNetz

Mittwoch, 9. August 2017
  • Der Diakonie Flüchtlingsdienst ist #GegenHassimNetz
Hasspostings, Shitstorms, Cyber Mobbing und Hate Speech - allesamt nicht nur Kommunikations-un-arten im Netz, sondern Handlungen, die ungeahnte Konsequenzen für Betroffene in der realen Welt haben und seit 2016 unter Strafe gestellt sind. Wir haben uns bereits 2016 der Kampagne #GegenHassimNetz angeschlossen und möchten sie euch - aufgrund der leider andauernden Aktualität der Problematik - erneut vorstellen.
Alexandra Gröller #GegenHassimNetz
Alexandra Gröller #GegenHassimNetz

Diakonie Flüchtlingsdienst #GegenHassimNetz

Als Reaktion auf zunehmende Hasspostings im Netz, rief Muna Duzdar, Staatssekretärin für Diversität, Öffentlichen Dienst und Digitalisierung, im Sommer 2016 die Kampagne #GegenHassimNetz ins Leben.  Wir liesen uns nicht lange bitten und schlossen uns der Kampagne an.

Cyber-Mobbing, Hasspostings oder Gewaltaufrufe können nicht nur reale gewaltvolle Konsequenzen für die Betroffenen haben, der psychische Leidensdruck der Betroffenen kann auch zu Selbstverletzungen führen oder im Suizid enden.

#GegenHass im Netz, weil aggressive Kommentare verletzen, negative Stimmung schaffen und zu handfester Gewalt führen können


Auf unserer Facebook-Seite sind Nutzerinnen und Nutzer selbst für ihre Beiträge verantwortlich. In unserer Netiquette weisen wir aber darauf hin, keine rechtswidrigen oder sonst anstößigen Inhalte zu posten, insbesondere keine, die

  • gegen das Strafrecht oder die guten Sitten verstoßen,
  • beleidigend, beschimpfend, angreifend, menschenverachtend, diskriminierend, rassistisch oder pornografisch sind, oder
  • Rechte Dritter wie Persönlichkeitsrechte oder Urheberrechte verletzen.
Muna Duzdar #GegenHassimNetz
Muna Duzdar #GegenHassimNetz

#Digitale Zivilcourage - 10 Tipps gegen Hasspostings 

Im Zuge der Kampagne verfasste Staatassekretärin Duzdar 10 wertvolle und nützliche Tipps, wie man nicht nur  auf Hasspostings reagieren kann, sondern aktiv digitale Zivilcourage zeigt und die Onlinewelt zu einem Raum von konstruktiven und offenen Debatten werden kann.  

  1. Nachfragen - "Was meinst du damit? Gibt es dazu auch Belege"
  2. Beleidigungen ansprechen "Du greifst mich* persönlich an."
  3. Sachlich bleiben und sich wehren
  4. Entlarven -  Information und Fakten für offene Dritte
  5. Sich selbst schützen und Verbündete suchen
  6. Positive und alternative Gegenerzählungen anbieten 
  7. Nicht alles teilen - Verbreitung von Falschmeldungen einschränken
  8. Melden - oft über die Plattform selbst möglich
  9. Anzeigen
  10. Moderiere deine Profile
Die Tipps in voller Länge findet ihr hier.

Was genau sind Hasspostings und wann sind sie strafbar?

Hasspostings und strafbare Postings sind sogenannte Medieninhaltsdelikte, dazu zählen etwa Beleidigungen, Verhetzung oder üble Nachrede. Diese Straftaten werden durch direkte Äußerungen in einem Medium begangen, beispielsweise durch eine Veröffentlichung auf der Website, einer E-Mailaussendung oder durch Kommentare in diversen Foren und Sozialen Medien. Rechtlich gibt es keinen Unterschied, ob das Delikt in der „digitalen“ (Online-Forum) oder in der "realen" Welt (am Stammtisch) begangen wird.

Hasspostings sind aggressive, provozierende Postings im Internet. Oft erfüllen sie einen rechtlichen Straftatbestand und sind somit gerichtlich strafbar.
HELP.gv.at

Verhetzung

Der Tatbestand der Verhetzung liegt vor, wenn vor vielen Menschen zur Gewalt oder zu Hass gegen Personen aufgrund ihrer Hautfarbe, Sprache, Staatsangehörigkeit, Religion, sexuellen Ausrichtung, körperlichen oder geistigen Behinderung, nationalen od. ethnischen Herkunft, Zugehörigkeit zu einer Gruppe oder aufgrund ihres Geschlechts aufgerufen wird.

Weitere Informationen zum Tatbestand Verhetzung

Nationalistische und rassistische Inhalte

Nationalistische oder rassistische Inhalte über das Internet zu verbreiten ist als Wiederbetätigung einzustufen und somit strafbar. Nicht jedes rassistische Posting erfüllt automatisch den Tatbestand der Wiederbetätigung, dennoch sollte die Onlinecommunity für rassistische und nationalistische Inhalte sensibilisiert werden.

Weitere Informationen zum Tatbestand der nationalistischen oder rassistischen Verhetzung. 

Die Meldestelle Stopline bietet die Möglichkeit, online und anonym Beiträge und Inhalte zu melden.

Cyber-Mobbing

Auch Cyber-Mobbing ist seit Jänner 2017 unter Strafe gestellt. Als Mobbing wird Schikane bezeichnet, die über einen längeren Zeitraum hinweg andauert. Unter Mobbing sind sowohl niederschwellige Aggressionen, Ausgrenzungsversuche, verächtlichmachende Äußerungen, Beleidigungen, falsche Anschuldigungen, Drohungen als auch physische Gewalt zu verstehen.

Bleib Fair ist eine Kampagne gegen Cyper-Mobbing des österreichischen Bildungsministeriums. 

Wie kann konkret gegen Verhetzung vorgegangen werden?

Verhetzung und Cyber-Mobbing sind strafbar. Wie ihr im Verdachtsfall vorgehen und wohin ihr euch wenden könnt, ist hier beschrieben.

1. Sammeln von Beweismaterial: Screenshots oder Ausdrucken

2. Meldestellen

Strafbare Handlungen - und somit auch jene die online stattfinden -  können bei der Polizei angezeigt werden. 

Nationalistische und rassistische Inhalte können zudem online und anonyme gemeldet werden bei:

++ Meldestelle Stopline ++
++ Mauthausen Komitee Österreich ++