Neue Stadtansichten und Perspektiven im Forum Oberwart

Montag, 29. Januar 2018
  • Ein neuer Blickwinkel ermöglicht neue Perspektiven © Nadja Meister / Diakonie Flüchtlingsdienst
    Fokus auf Details – Stadtansichten über und in Oberwart © Nadja Meister / Diakonie Flüchtlingsdienst
  • Oberwart in der Detailansicht © Hamzweh Hamid und Schanbeniya Seykavand
    Jedes Bild eine Botschaft © Hamzweh Hamid und Schanbeniya Seykavand
  • Neue Stadtansichten im Diakonie Forum © Nadja Meister / Diakonie Flüchtlingsdienst
    Das Diakonie Forum ist ein Ort der Begegnungen – unabhängig von Staatsbürgerschaft oder Herkunft © Diakonie Flüchtlingsdienst
  • Wohnraum und Lebensraum  © Ahmadi Tanbali Seyed Ebraim
    Wohn- und Lebensraum © Ahmadi Tanbali Seyed Ebraim
  • Vielschichtige Betrachtungen © Noorzaie Mohammad Wali
    Vielschichtige Betrachtungen © Noorzaie Mohammad Wali
  • Den öffentlichen Raum neu entdecken © Hamzweh Hamid und Schanbeniya Seykavand
    Den öffentlichen Raum neu entdecken © Hamzweh Hamid und Schanbeniya Seykavand
Neue Ansichten auf die Stadt und neue Perspektiven für das eigene Leben – der Fotoworkshop im Diakonie Forum

13 Menschen zeigen in ihren Fotografien neue Stadtansichten über Oberwart. Das Projekt wurde nun mit dem Burgenländischen Integrationspreis in der Kategorie Interkulturalität ausgezeichnet. Wir erzählen euch mehr über das Projekt, seine InitatorInnen und über das Forum Oberwart.

Stadtansichten - ein anderer Blick

Sieglinde Pfänder (Diakonie Burgenland), Regina Petrik (Die Grünen), Tine Steiner und Elke Marksteiner (Diakonie Flüchtlingsdienst)
Sieglinde Pfänder (Diakonie Burgenland), Regina Petrik (Die Grünen), Tine Steiner und Elke Marksteiner (Diakonie Flüchtlingsdienst)

Getrude Unger und Josef Grunwald, beide Mitglieder eines Fotografievereins, sind mit der Idee eines Fotoworkshops an das Diakonie Forum Oberwart herangetreten. Fotografie, so Frau Unger, „fördert das Gespräch, die Gemeinschaft und das kooperative Miteinander, bietet neben den künstlerischen und technischen Aspekten somit auch eine soziale Komponente.“ Für die Teilnehmer und Teilnehmerinnen gab es keine konkreten Angaben oder Vorgaben. Vielmehr ging es um ein intuitives Herangehen, „der ‚andere‘, der neue Blick sollte nicht verfälscht werden.“, erzählt Frau Unger über ihre Intention.

Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen wurden für den Zeitraum der Workshops mit Kameras ausgestattet. In insgesamt drei Workshops entstanden künstlerische Fotografien und Detailansichten, hinter denen jeweils eine Botschaft und/oder eine Geschichte stehen. Im Sommer 2017 wurden die Bilder dann erstmals auf der Friedensburg Schlaining gezeigt.  Im Herbst vergangenen Jahres wurde das Forum neu gestaltet – seither zieren die Bilder die Wände des Forums.

Das Projekt zeigt, dass jeder Blick kulturell beeinflusst und geprägt ist und neue Blickwinkel neue Perspektiven ermöglichen. Die Bilder laden Betrachter und Betrachterinnen zur Reflexion ihrer Umwelt und ihrer Mitmenschen ein. Mit dem Fotoworkshop entstanden nicht nur eindrucksvolle Bilder, es wurden Sinn und Freundschaften gestiftet.

Es macht mir wirklich Spaß, die Welt und meine Umgebung durch die Linse der Kamera zu entdecken und festzuhalten. Der andere/neue Blick auf die Stadt ermöglichte mir auch neue Perspektiven für mein Leben zu finden.
Mohammad Ali Bahrami, Teilnehmer des Workshops
Mohammad Ali Bahramis neue Stadtansichten
Mohammad Ali Bahramis neue Stadtansichten

Diakonie Forum Oberwart - ein Ort der Begegnungen

Seit 2015 wird das Diakonie Forum Oberwart gemeinsam mit der Diakonie Burgenland  betrieben und versteht sich als Begegnungsstätte:  Für die schon länger ansässige und die kürzlich zugewanderte Bevölkerung; für Flüchtlinge aus aller Welt, die im Südburgenland Zuflucht gefunden haben; für Menschen mit oder ohne Migrationshintergrund.

Das Forum fungiert als Veranstaltungsraum und Informationszentrum. Eine Kleiderausgabe sorgt an drei Tagen pro Woche dafür, dass Menschen mit wenigen finanziellen Ressourcen neue Kleidung erhalten.

Mohammad Ali Bahrami - neue Perspektiven für das Leben in Österreich

Mohammad Ali Bahrami, von ihm stammt das Bild auf der rechten Seite, musste aus Kabul, Afghanistan flüchten. Bereits in Kabul fotografierte er mit Begeisterung Mensch und Natur. Die Welt und die Umgebung durch die Linse der Kamera wahrzunehmen und einen anderen, einen neuen Blick auf die Stadt zu werfen, ermöglichte ihm  "neue Perspektiven für mein Leben zu finden.“ Über den Einsatz von Gertrude und Josef ist er genauso begeistert wie dankbar. Mittlerweile ist Bahrami in Wien und absolviert dort gerade seine Lehrabschlussprüfung des Medientechnikers.

© Sediqi Khaled
Dem Wetter getrotzt entstand dieses Bild © Sediqi Khaled
Unterschiedliche Perspektiven  - zusammen zum Ergebnis © Musavi Hussein und Nabizada Yaway
Unterschiedliche Perspektiven - zusammen zum Ergebnis © Musavi Hussein und Nabizada Yaway
Gegenstände aus dem öffentlichen Raum werden festgehalten © Nejahti Ali
Gegenstände aus dem öffentlichen Raum werden festgehalten © Nejahti Ali

Rotunde - Stadtpark - Bahnhof Oberwart - Hochhaus Oberwart

Natur und menschliche Einflüsse © Mohammad Nader Khawari
Natur und urbane Einflüsse © Mohammad Nader Khawari
OberWart - LebensWart © Mohammadi Abolfazel
OberWart - LebensWart © Mohammadi Abolfazel
Alte Dinge neu betrachten © Ahmadi Tanbali Seyed Ebraim
Alte Dinge neu betrachten © Ahmadi Tanbali Seyed Ebraim

Südtirolersiedlung / Andreas Hofer Gasse - Innenstadt-Schaufenster - Leerflächen

Engagement in der Pension

Mit Gertrude Unger und Josef Grunwald sind zwei sehr engagierte Personen ans Diakonie Forum herangetreten und haben unsere Integrationsarbeit unterstützt. Dafür möchten wir uns bei beiden herzlich bedanken und euch über ihre Beweggründe erzählen
Gertrude Unger und Mohammad Ali Bahrami präsentieren die Werke © Diakonie Flüchtlingsdienst
Gertrude Unger und Mohammad Ali Bahrami präsentieren die Werke © Diakonie Flüchtlingsdienst

Bis zur ihrer Pensionierung war Gertrude Unger als Fachjournalistin tätig. Seit über zwei Jahren unterstützt sie bereits Flüchtlinge dabei, ihre Deutschkenntnisse zu verbessern, begleitet zu Behörden und beantwortet Fragen des Alltags.

Frau Unger wollte sich auch darüber hinaus engagieren, da sie in einer kreativen Freizeitbeschäftigung das Potential sah, den oftmals sehr tristen Alltag zu durchbrechen. Für Frau Unger bedeutet Fotografie mehr als nur Momentaufnahmen, es stellt viel eher sinnstiftende Beschäftigung dar und fördert "das Gespräch, die Gemeinschaft, das kooperative Miteinander."

Aufmerksam folgen die Teilnehmer den Instruktionen Grunwalds © Nadja Meister / Diakonie Flüchtlingsdienst
Aufmerksam folgen die Teilnehmer den Instruktionen Grunwalds © Nadja Meister / Diakonie Flüchtlingsdienst

 Josef Grunwalders Beweggründe sind so einfach wie wohl überlegt: „man kann Geld spenden oder sich persönlich in ein Projekt einbringen.“ Herr Grunwald, der Integration nicht als „Einbahnstraße“ sondern als einen langwierigen Prozess versteht und aus seiner eigenen Familiengeschichte Fluchterfahrungen kennt, entschied sich dafür, sein Know-How und Interesse mit geflüchteten Menschen im Zuge des Fotoworkshops zu teilen.

Für seine Unterstützung für geflüchtete Menschen erhält Grundwald jedoch nicht nur Anerkennung und Zuspruch, sehr oft müsse der pensionierte Personalmanager und Geschäftsführer sein Engagement begründen, „ja manchmal geradezu rechtfertigen“.