Betreuungsstelle für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Mödling
Im Frühjahr 2002 wurde die Clearing- und Betreuungsstelle Mödling von
der Diakonie als Pilotprojekt ins Leben gerufen. Nach der Pilotphase
ist es eine ständige durch Tagsätze finanzierte
Einrichtung des Landes geworden.
Seit Inkrafttreten der
Bund-Länder-Vereinbarung über die Grundversorgung von
Flüchtlingen am 1. Mai 2004 wird die Stelle als Betreuungsstelle
mit unbefristetem Aufenthalt der Jugendlichen bis zur Volljährigkeit
geführt.
Die Betreuungsstelle kann 36, in Notfällen
bis zu 38, Burschen im Alter zwischen 13 und 18 Jahren aufnehmen. Sie
werden in Mehrbettzimmern untergebracht, bekommen eine
Grundausstattung (Kleidung, Hygieneartikel, etc.), werden medizinisch
versorgt und mit dem Leben in der Betreuungsstelle vertraut gemacht.
So besuchen die meisten Jugendlichen schon nach kurzer Zeit
Alphabetisierungs- bzw. Deutschkurse sowie bei Schulpflicht die
örtliche Hauptschule. Ab ausreichenden Deutschkenntnissen
besteht die Möglichkeit weitere Ausbildungsmaßnahmen, wie
Hauptschulabschlusskurse (bei BACH und anderen) und Höhere
Schulen (HTL, HAK o.Ä.), in Anspruch zu nehmen.
Bei ihrem Asylverfahren werden die Jugendlichen von unserer Juristin unterstützt und vertreten. In regelmäßigen Abständen findet auch ein Austausch zwischen VertreterInnen der Betreuungsstelle, des Jugendamts, der Landesregierung und der Rechtsvertretung statt.
Professionelle psychosoziale Betreuung und altersgerechte
Unterbringung mit einer Tagesstruktur und Freizeitangeboten werden
von einem multidisziplinären Team der Betreuungsstelle
gewährleistet. Bei Klienten mit erhöhtem Betreuungsbedarf
stehen Plätze im Rahmen des psychologischen Projekts zur
Verfügung.
Zu den sozialpädagogischen Ansätzen gehören die Erziehung zu einer selbst verantwortlichen Lebensführung, interkulturelle Pädagogik und das Bezugsbetreuersystem.
Das Projekt wird gefördert vom Bundesministerium für Inneres (BM.I) und dem Land Niederösterreich.
