Diakonie Flüchtlingsdienst: Psychische Hilfe als Brücke in die Zukunft

Montag, 4. November 2019
  • Jubiläum 30 Jahre Diakonie Flüchtlingsdienst
Viele Flüchtlinge leiden tagtäglich unter den psychischen Folgen von Folter, Gewalt und Krieg. Sie brauchen dringend Hilfe. Die Arbeit des Diakonie Flüchtlingsdienstes für Geflüchtete in psychischen Krisen ist für diese Menschen eine Brücke in die Zukunft.
 

Psychotherapie für geflüchtete Menschen

Der Diakonie Flüchtlingsdienst ist für geflüchtete Menschen mit psychischen Erkrankungen da
Für traumatisierte Menschen ist professionelle psychotherapeutische Begleitung oft die einzige Brücke in die Zukunft.

Meine Mama ist tot“, das war der erste Satz, den die neunjährige Adiba aus Syrien zu ihrer Psychotherapeutin vom Diakonie Flüchtlingsdienst sagte. Das Mädchen las gerade ein Märchenbuch, als fremde Männer gewaltsam in das Haus ihrer Familie eindrangen und ihre Mama ermordeten.

Nach diesem schrecklichen Ereignis floh Adiba mit ihrem Vater von Syrien nach Österreich. Doch die Bilder und Geräusche dieses furchtbaren Tages sowie der tragische  Verlust ihrer Mutter traumatisierten das Mädchen schwer.

Gemeinsam konnten wir helfen: SpenderInnen ermöglichten für Adiba eine Therapie in einem Psychotherapiezentrum des Diakonie Flüchtlingsdienstes. Hier wurde das Mädchen in seiner Trauer begleitet. Dank dieser professionellen Hilfe konnte Adiba ihre Ängste und Albträume sowie die tiefe Trauer nach und nach überwinden.

Der Diakonie Flüchtlingsdienst bietet bereits seit 15 Jahren in den Einrichtungen JEFIRA und ANKYRA traumaspezifische, kultursensible und dolmetschunterstützte Psychotherapie sowie psychiatrische Beratung für Flüchtlinge wie Adiba  an.

Wohnbetreuung für Menschen mit psychischen Erkrankungen

MINA - Intensivbetreuung für Asylwerber © Nadja Meister | Diakonie Flüchtlingsdienst
MINA Wohngemeinschaft für Asylwerber.

Neben traumasensibler, interkultureller Psychotherapie benötigen viele geflüchtete Menschen aber auch ein besonders geschütztes Wohnumfeld und spezialisierte Betreuung. Aus diesem Grund betreibt der Diakonie Flüchtlingsdienst seit 2009 auch das Projekt ESTIA im Haus Neu Albern und seit 2018 die Wohngemeinschaft MINA, wo wir Schutzsuchenden mit psychischen Erkrankungen ein Zuhause geben und sie im Alltag begleiten.

Einer dieser über 250 Menschen ist Rahim aus Afghanistan. Rahim* litt unter massiven Angstzuständen, konnte andere Menschen nicht in seiner  Nähe ertragen, weil er fürchtete, von ihnen abgeholt und in den Krieg geschickt zu werden. In unserer Einrichtung betreuten ihn unsere PsychologInnen und PsychiaterInnen und Rahim lernte, was er tun kann, wenn die Angst und die Panik wiederkommen.

Für zahlreiche Schutzsuchende wie Rahim sind unsere Einrichtungen die letzte Brücke in eine Zukunft in Sicherheit und Würde.

*Namen von der Redaktion geändert