JEFIRA - Interkulturelles Psychotherapiezentrum Niederösterreich

Herzogenburgerstraße 9
3100
St.Pölten
Telefon: 
+43 (0)2742 / 73176
  • Interkulturelle Psychotherapie beim Diakonie Flüchtlingsdienst ©Nadja Meister/Diakonie Flüchtlingsdienst
    Interkulturelle Psychotherapie bei JEFIRA in Niederösterreich ©Nadja Meister/Diakonie Flüchtlingsdienst
Interkulturelle Psychotherapie bei JEFIRA in Niederösterreich

Das interkulturelle Psychotherapiezentrum Niederösterreich bietet seit vielen Jahren traumaspezifische, kultursensible und dolmetsch-gestützte Psychotherapie für Menschen, die Gewalt, Krieg, Folter, Vertreibung und Vergewaltigung überlebt haben und unter den psychischen und körperlichen Auswirkungen massiver Traumatisierung leiden.

Ziel

Unser Ziel ist es geflüchtete Menschen durch Psychotherapie zu unterstützen, traumatisierende Erlebnisse psychisch zu verarbeiten und Ressourcen zu entwickeln, um die Herausforderungen die das Leben in Österreich mit sich bringt gut zu bewältigen.

Die frühzeitige psychotherapeutische Behandlung ist eine wichtige Voraussetzung für das Gelingen von Integration. Mit unserem psychotherapeutischen Angebot wollen wir Geflüchtete unterstützen, ein weitgehend selbstbestimmtes Leben zu führen.

Zielgruppe

Unser therapeutisches Angebot richtet sich an: AsylwerberInnen, subsidiär Schutzberechtigte und anerkannte Flüchtlinge mit Wohnsitz in Niederösterreich und Bedarf an psychotherapeutischer Behandlung.

Angebot

Unser Angebot umfasst:

  • Erstabklärungsgespräche
  • Psychotherapie (Langzeittherapie und Kurzzeittherapie)
  • Gruppenpsychotherapie
  • psychiatrische Beratung

Unser psychotherapeutisches Angebot ist für KlientInnen kostenfrei.

Wir unterstützen Frauen, Männer, Jugendliche und Kinder mit dem Ziel, die traumatischen Ereignisse zu verarbeiten und gemeinsam einen Weg in eine neue positive Zukunft zu finden.

Heinz Fronek, Leiter Fachbereich Gesundheit und Psychotherapie Diakonie Flüchtlingsdienst

Arbeitsweise

Bei JEFIRA arbeiten PsychotherapeutInnen verschiedener therapeutischer Ausrichtungen. Alle bei uns tätigen PsychotherapeutInnen sind fachlich qualifiziert und im Bereich der traumazentrierten Psychotherapie spezialisiert.

Die Psychotherapien werden von speziell geschulten DolmetscherInnen, vor allem in den Sprachen Dari, Farsi, Arabisch und Russisch, gedolmetscht. Zudem sind Psychotherapien auch in anderen Sprachen möglich.

Daran richten wir unsere Arbeit aus

Wesentliche Grundsätze unserer therapeutischen Arbeit sind: Ressourcenorientierung, Kultur- und geschlechtssensible Gestaltung, Einbeziehung speziell geschulter DolmetscherInnen, interdisziplinäre Zusammenarbeit innerhalb der Fachorganisationen und Vernetzung mit medizinischen, rechtlichen und anderen Einrichtungen.

Qualitätsstandards und -sicherung

Hohe Standards und Qualität der therapeutischen Behandlung sind zentrale Bestandteile unserer Arbeit. Aus diesem Grund und um eine bestmögliche und effektive Behandlung anbieten zu können, ist JEFIRA Teil des österreichweiten Netzwerkes für Interkulturelle Psychotherapie nach Extremtraumatisierung (NIPE) und Mitglied im Dachverband für transkulturelle Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik im deutschsprachigen Raum (DTPPP).


Stimmen für Jefira!

Die finanzielle Unterstützung von Jefira ist vom zuständigen Landesrat Waldhäusl gestrichen worden. Zahlreiche GesundheitsexpertInnen und MedizinerInnen melden sich jetzt besorgt zu Wort:

 „Trauma endet nicht mit dem Ende des Kriegs, die Probleme können chronisch und durch erneute schlechte Erlebnisse verstärkt werden. Wenn wir nicht therapeutisch helfen, dann kann es für die Betroffenen zu schweren Depressionen kommen“. Dr. Hadya Nassan-Agha-Schroll, Oberärztin am Krankenhaus Tulln sowie Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapeutin
„Ich habe viele PatientInnen zu Jefira überwiesen, weil es sonst in Niederösterreich keine vergleichbar spezialisierte Einrichtung gibt. Jefira ist ein einzigartiges Gesundheitszentrum für Diagnostik und Therapie bei posttraumatischen Belastungsstörungen. Wir müssen akute Traumatisierungen rasch behandeln, so wie wir bei einem Tumor auch nicht warten bis er immer größer wird, sondern rechtzeitig mit der Therapie beginnen“.  Dr. Karin Tschare, Allgemeinmedizinerin in Purkersdorf
„Das Ende der Psychotherapie für traumatisierte Flüchtlinge ist grundfalsch. Viele Flüchtlinge brauchen dringend Psychotherapie um ihre traumatischen Erfahrungen aufzuarbeiten. Nur so können sie sich in unsere Gesellschaft integrieren“. Maria Werni, Vorsitzende des niederösterreichischen Landesverbands für Psychotherapie
„Therapie von Traumatisierten ist ein wesentlicher Baustein für die Vermeidung von unnötigen Untersuchungen in dieser Patientengruppe und ist erster Baustein für die Integration in die Gesellschaft“. Univ.Prof Dr. Siroos Mirzaei, Primar am Wiener Wilhelminenspital
„Geflüchtete Menschen leiden unter massiven Traumafolgestörungen, insbesondere unter den sehr belastenden Erinnerungen, häufig begleitet von körperlich ausgedrückten Symptomen wie z.B. massiven Ein- und Durchschlafstörungen oder Konzentrationsstörungen. Studienergebnisse zeigen, dass in der Gruppe der unbehandelten Menschen zwischen 10- und 40 % unter diesen klinisch bedeutsamen Symptomen leiden. Bei Menschen, die in psychotherapeutischer Behandlung sind, ist der Anteil der von den Traumafolgestörungen betroffenen noch wesentlich höher, was deren Behandlungsbedarf unterstreicht. Psychotherapie ist das Mittel der Wahl, um dieses Leid zu lindern, dafür gibt es eindeutige wissenschaftliche Belege. Es ist aus wissenschaftlicher Sicht absolut erforderlich, dolmetsch-unterstützte Psychotherapie zur Verfügung zu stellen, denn nur in der eigenen Sprache kann man den komplexen traumatischen Vorgängen, die die Betroffenen erlitten haben, gerecht werden. Erst die Verarbeitung des Traumas und die Symptomreduktion ermöglichen es geflüchteten Menschen, im Zielland aktiv am Alltag teilzunehmen, da die Beschwerden dem Spracherwerb, der Arbeitssuche und der sozialen Integration im Weg stehen“. Univ. Prof. Dr. Brigitte Lueger-Schuster, Leitung der Arbeitsgruppe Psychotraumatologie an der Universität Wien
„Damit sich Menschen in einer ‚Neuen Heimat‘ gut integrieren können, müssen die oftmals schweren psychischen Verletzungen (Krieg-Szenen bis hin zu Folter und Todesnähe) aus den Ländern von denen sie kommen und die meist der Grund für die Flucht waren, ebenso wie zahlreiche Schrecken der Flucht, heilen. Dazu sind in dieser komplexen Thematik erfahrene Psychotherapeut*innen und Übersetzer*innen notwendig. Erst wenn diese Spätfolgen von Gewalt und Verfolgung geheilt sind, kann der Blick dieser Menschen wieder nach Vorne gehen, können Sprache, Beruf und Kultur erlernt/erworben werden. So gelingt es dann neue Existenzen zu gründen, von Hilfe unabhängig zu werden und aktive Beiträge zum Sozial- und Gesellschaftsleben, wie Arbeit und gemeinschaftliche Beiträge zu leisten. Daher ist ein sparen an den notwendigen Hilfen unmenschlich und kontraproduktiv. Es wäre sinnvoll JEFIRA weiter auszubauen, eine Investition die sich auf vielen Ebenen rechnet.“  Dr. Peter Stippl, Präsident des Österreichischen Bundesverbandes für Psychotherapie
„Psychotherapie für Menschen, die Folter- und Krieg überlebt haben, ist ein wichtiger und unverzichtbarer Baustein eines humanen Gesundheitswesen. Österreich hat die Antifolter-Konvention ratifiziert und damit ein klares Bekenntnis zur vollen Rehabilitation von gefolterten Menschen abgelegt. Daher braucht Niederösterreich natürlich auch weiterhin - wie in allen Bundesländern: Angebote der medizinischen, sozialen und psychologisch/psychotherapeutischen Rehabilitation. Zusätzlich wissen wir, dass Psychotherapie von schwer traumatisierten Menschen Folgekosten für das medizinische System verhindert: weniger Krankenhausaufenthalte, lange Krankenstände wegen chronischer Erkrankung etc. können vermieden werden“. Barbara Preitler, Pionierin der Psychotraumatologie in Österreich und Universitätslektorin an der Universität Klagenfurt

JEFIRA: Traumatisierte Kinder werden von Politik fallen gelassen!

Im Jänner 2021, inmitten des dritten Lockdowns, hat der niederösterreichische Landesrat entschieden, seelisch schwer belasteten Kindern die Psychotherapie zu streichen. Die so wertvolle Arbeit von JEFIRA für diese Kinder ist jetzt massiv bedroht.


Dieses Projekt wird durch den Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds (AMIF) und das Bundesministerium für Inneres gefördert.

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