Diakonie Flüchtlingsdienst verurteilt Vorgehensweise der Wochenzeitung NEWS

Donnerstag, 23. November 2017
NEWS berichtet in der aktuellen Ausgabe vom 24.November 2017 ausführlich über alle Details des Kindersuizids in Baden. Die Diakonie verurteilt diese Art des Journalismus scharf

Die Wochenzeitung NEWS zitiert in der aktuellen Titelgeschichte die Angehörigen des 11jährigen Afghanen, der Selbstmord verübt hat und nennt alle Mitglieder des Geschwisterverbandes bei ihren echten Namen. Wie sich die Zeitung Zugang zu diesen Informationen beschafft hat, ist der Diakonie nicht bekannt, da die Familie zu diesem Zeitpunkt bereits nicht mehr in unserem Haus untergebracht war. Sie waren von der Behörde nach dem tragischen Vorfall zur Krisenbetreuung und zum Schutz ihrer Privatsphäre in eine Akuteinrichtung verlegt worden.

Zwei MitarbeiterInnen der Zeitung NEWS haben sich im Flüchtlingshaus in Baden unangemeldet Zutritt zur Flüchtlingsunterkunft verschafft und sind, nachdem sie zum Verlassen des Hauses aufgefordert wurden, abermals über einen anderen Gebäudetrakt ins Haus eingedrungen. Im Haus haben sie Gespräche mit  BewohnerInnen gesucht, und offensichtlich auch Fotos gemacht.

Die Diakonie weist diese unrechtmäßige Vorgehensweise zur Informationsbeschaffung durch ein österreichisches Medium aufs Schärfste zurück.

Aufgabe der Diakonie ist es die ihr anvertrauten KlientInnen bestmöglich zu betreuen und ein sicheres Umfeld zu schaffen, in dem sie auch in Krisensituationen vor derartigen medialen Übergriffen geschützt sind. Wir bedauern, dass uns dies in diesem Fall nicht ausreichend gelungen ist.

Auf die von NEWS zitierten Vorwürfe von den Angehörigen gegen die BetreuerInnen möchten wir nicht eingehen. Jedoch haben wir Verständnis, dass in einer derartigen Ausnahmesituation auch Wut und Enttäuschung bei KlientInnen ihren Platz haben müssen.